Stadt Preußisch Oldendorf

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Geschichte der Burganlage Limberg


Die Burg Limberg wird 1319 erstmalig urkundlich im Pfandbesitz der Grafen von Ravensberg erwähnt.
Von dieser Burg aus gelang es den Grafen von Ravensberg nach und nach, die Landesherrschaft über die Kirchspiele Bünde, Rödinghausen, Börninghausen, Oldendorf und Preußisch Oldendorf zu erringen. Diese Kirchspiele bilden 1556 das ravensbergische Verwaltungsamt Limberg, neben den anderen Ämtern Sparrenberg, Ravensberg und Vlotho.
Auf dem Limberg hatten der ravensbergische Drost/Amtmann und der Rentmeister ihren Amtssitz. Die Verwaltungsfunktionen des Amtes Limberg wurden von hier ausgeübt. Das Amtsgericht Limberg (früheres Gogericht Angelbeke) tagte hier unter der Gerichtslinde. Für Haftstrafen gab es auf dem Limberg zwei nachgewiesene Gefängnisse. Auch gab es eine militärische Garnison auf der Burganlage.

Im Jahre 1609 kam die Grafschaft Ravensberg mit der Burg und dem Amt Limberg an das Kurfürstentum Brandenburg und das spätere (seit 1701) Königreich Preußen.
Da die Burganlage keine militärische Bedeutung mehr hatte, wurde sie im 18. Jahrhundert aufgegeben. Die nicht mehr genutzten Mauern und Gebäude verfielen. Nur noch die Gerichtsfunktionen wurden unter der Gerichtslinde und dem Limbergturm als Gefängnis bis 1807 ausgeübt. Daneben gab es noch ein landwirtschaftliches Vorwerk auf der Burg für die preußische Domäne Limberg. 1722 wurden aber auch diese Gebäude aufgegeben und ein neues Vorwerk am Nordhang des Limbergs errichtet.
Ab 1807 wohnte nur noch der preußische Forstschreiber im sogenannten Forsthaus an der Nordostseite der Burg (heute Hotel - Restaurant Forsthaus Limberg).
Von 1832 bis 1852 wurde nach und nach der preußische Staatsforst Limberg und die Burgruine Limberg vom preußischen Staat an die adelige Familie von Oheimb zu Hudenbeck und Holzhausen verkauft, die den größten Teil des Areals noch heute besitzt. Ein kleinerer Teil gehört heute der Familie Wilhelm Deeke als Besitzerin des Forsthauses Limberg mit Restaurant und Hotel.
Die Burganlage war nach 1807 ohne Nutzung und insbesondere der Limbergturm verfiel baulich immer mehr.

Nordwestlich der Burg Limberg befindet sich eine weitere mittelalterliche Burg, die Schwedenschanze, von der noch die Erdwälle zu sehen sind.

 

Limberg 1556

Rekonstruktion der ravensbergischen Landesburg Limberg nach Bauzeichnungen um 1556 von Prof. Dr. Gustav Engel, 1979.


Zu sehen ist die

a) Hauptburg mit Limbergturm, Gefängnis, Küchengebäuden und dem Amtssitz des ravensbergischen Drosten/Amtmanns zum Limberg, an den Limbergturm anschließend.
b) Obere Vorburg mit landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäuden und Unterkünften für die militärische Garnison.
c) Untere Vorburg mit Palisadenzaun nach Norden und dem Torhaus mit Brücke über den Burgraben. Von der Unteren Vorburg führt der Weg zur Oberen Vorburg. Das Burggelände war von einem Erdwall mit Burgraben und anschließenden hohen Mauern nach Süden, Westen und Osten umgeben. Nach Norden schützte neben der an den Limbergturm anschließenden Mauer zusätzlich ein Palisadenzaun an dem hier befindlichen Abhang.